Spring Dream

Ihnen geht es dabei wohl auch nicht anders als mir, oder? Geht es Ihnen auch so nach den dunklen Wintertagen, dass Sie ausflippen, wenn es beim Verlassen des Büros draußen noch hell ist? Dieses Gefühl ist so stark, dass ich unbedingt wieder ans Meer fahren will.

Ich bin am Fuße der Berge geboren, stets unsicher in Booten, hatte früher Angst vor dem Wasser und habe ewig gebraucht, um mich in das Meer zu verlieben. 

Von klein auf habe ich nur damit geliebäugelt und ich betrachtete das Meer liebend gerne von der Ferne, da ich mir am Strand stets einen Sonnenbrand holte. Mithilfe von Sonnenschutzcreme – die sich diesen Namen auch redlich verdient hat – änderte sich alles, und von diesem Moment an wurden die Wellen, die einsamen Buchten und die Felsen meine Freunde.

Meine drei Tattoos stellen Segelschiffe, Anker und Leuchttürme dar, weshalb die Leute bei ihrem Anblick sofort glauben, ich sei eine echte Wasserratte. Dazu kommt die Suche nach dem Haus am Meer, wohl wissend, dass ich nach dem Kauf meiner Stadtwohnung bestenfalls einen Kredit für Barbies Strandhaus aufnehmen könnte. Es ist also klar, dass das Meer für mich eine ernste Sache ist, und wenn ich an die Wochenenden am Strand denke, fühlt sich das an wie der Aufbruch zu einem Liebesabenteuer. 

Côte d’Azur im Quiet Luxury

April, Côte d’Azur, Villa mit Garten und Treppe hinunter zum Meer: Das ist meine persönliche Vorstellung einer Liebesgeschichte mit dem Meer im Frühling.

Ich wache morgens auf, ziehe mir einen leichten weißen Mantel an, hole mir ein frisch gebackenes Baguette und frühstücke auf der Terrasse. Ich trage ein gepunktetes Kleid, spaziere barfuß am Strand und gehe dann zum Blumenmarkt. Den Aperitif nehme ich im Yachtclub zu mir, mit einem schwarzen Hemdblusenkleid – stilvoll und halbtransparent. Am Sonntag greife ich zu einem Hosenanzug mit doppelreihigem Blazer in – wie sollte es anders sein – der Farbe Sandbeige und besuche die Kunstgalerie, die mir schon immer sehr gefallen hat.

Sie fragen sich vielleicht: Wer zwingt sie dazu? Reicht nicht einfach eine Jeans und ein T-Shirt? Meine Antwort darauf: kommt drauf an. Es kommt auf den Traum an, den jeder von uns leben will, und darauf, wie gerne wir in diesem Moment mit unserem Bild spielen.

In meinem Spring Dream kommen heute faszinierende Röcke, Spitzenblusen und High Heels für ein Wochenende in Antibes vor. Für morgen schauen wir mal.

Cristina Manfredi

Wer hinter dem New Fashion Journal von Marina Rinaldi steckt

Sie ist gebürtige Bielleserin und Wahl-Mailänderin und arbeitet als Mode-, Lifestyle- und Gesellschaftsjournalistin mit jeder Menge guter Laune. Sie arbeitete als Tageskolumnistin für Milano Finanza Fashion und wechselte dann zu Vanity Fair, was sie aufgab, um sich mehr Zeit für persönliche Projekte, das Schreiben, den Tango, das Laufen und ihre geliebten Katzen zu nehmen. Heute schreibt sie für Vanity Fair, L’Officiel, Marie Claire und Style Magazine, das Monatsmagazin des Corriere della Sera.

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